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Liebe Journalisten, ein Hilferuf!

Dies ist ein Gastbeitrag des Bürgerverein Brandenburg-Berlin e. V. (BVBB).

Sehr geehrte Redaktionen,

in uneingeschränkter Akzeptanz der Redaktionsfreiheit als integraler Bestandteil der Pressefreiheit bitten wir von unserem Hilferuf Kenntnis zu nehmen und Schlussfolgerungen zu ziehen. SIE sind Gatekeeper und tragen daher Verantwortung Ihren Lesern gegenüber.

Seit Wochen widmet sich die Berichterstattung dem Thema Flugrouten, besser nur Abflugrouten und möglicher Folgen neuer Betroffenheiten.

Selbstverständlich freuen wir uns darüber, dass nun auch endlich Sie auf das
Thema aufmerksam geworden sind. Jedoch ist es schon fragwürdig, dass der BVBB keine Rolle mehr spielt. Haben wir nicht schon immer auf die Lärmbelastung, die Gesundheitsgefährdung und das Sicherheitsrisiko, auch für den Berliner Raum, hingewiesen? Niemand, auch die jetzt aus dem Boden gestampften Bürgerinitiativen, hat dies interessiert. Nein, wir wurden belächelt. Die neu gegründeten Bürgerinitiativen finden umfangreichen Niederschlag in Ihrer Berichterstattung. Jedoch fragen wir uns, wo hier die Sachkenntnis ist? Diese Berichterstattung wird von den am schlimmsten Betroffenen als „Vernebelung“ von Tatsachen gewertet.

Nach Umfang und Inhalt steht diese Berichterstattung in keinem Verhältnis zu der Berichterstattung vergangener Jahre über die meistbelasteten Menschen zwischen Müggelheim und Ludwigsfelde.

Diese Menschen, auch ihre Leser, rufen uns an, schreiben uns, dass sie im Lichte der aktuellen Berichterstattung nicht mehr stattfinden, wohl auch von den Medien schon abgeschrieben sind. Zu Recht weisen sie darauf hin, dass sie von jeder Flugroutenregelung durch An – und Abflüge gesundheitsgefährdend belastet bleiben, ihre Immobilien praktisch enteignet sind. Von einem Risiko von Abstürzen möchten wir an dieser Stelle gar nicht sprechen. Ihnen wird aber sicher bekannt sein, dass über 90 % der Flugzeugabstürze innerhalb der 12 Meilen-Zone nach Start- und Landung geschehen.

Vor diesem Hintergrund müsste doch die Berichterstattung zumindest Verständnis für die Forderung zeigen, nach der Fluglärm auch für sie bleibt, gleich welche Flugrouten dereinst festgelegt werden.

Verständnis dürften diese Betroffenen auch dafür erwarten, dass sie ebenso ohne Fluglärm leben möchten wie die weitaus weniger neu belasteten Bürger. Daraus ergibt sich für die am schwersten Betroffenen nur eine menschliche und logische Konsequenz:: Der Flughafen darf am Standort Schönefeld nicht in Betrieb gehen.

Wer dies nicht einsieht, so ihre treffende Analyse, will Menschen bewusst krank machen, sie enteignen, sie zu einem Leben in Akustikkäfigen verurteilen.

Eine Frage möchten wir Ihnen stellen, eine Antwort erwarten wir nicht: „Weshalb jetzt diese Berichterstattung gegen Flugrouten? Weil der reichere Süden von Berlin urplötzlich betroffen ist?“

Das ist die Stimmungslage, auch Ihrer Leser und Hörer. Wir bitten Sie darum
nachdrücklich dies in der Berichterstattung zu berücksichtigen.

Freundliche Grüße

Astrid Bothe
(Vors.BVBB)

Ferdi Breidbach
(Ehrenvors.BVBB)

Peter Stange
(Pressesprecher BVBB)

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