The German Angst
Heute Nachmittag saß ich gemütlich mit Netbook in einem Café, um ein paar Blogs zu lesen. Nach einer knappen halbe Stunde wurde ich von einem älteren Herren, ich schätze so Mitte siebzig, angesprochen, was ich denn da machen würde. Ich sagte ihm, dass ich gerade eine Artikel über Google Street View lesen würde. Ah, davon habe er gehört, ob ich ihm das mal zeigen könnte. Klar, kein Problem.
Er fand es sehr interessant und verstand nun die Aufregung gar nicht mehr…. Einbrüche? Gab´s vorher auch schon. Privatsphäre? 3m Mauer um´s Grundstück ziehen. Aber, so meinte er, wir Deutschen sind so. Viel meckern, nicht´s selber machen. “Junge, schau Dir die Spritpreise an! Alle meckern darüber wie hoch die sind. Fahren die deshalb weniger Auto oder schaffen es ab? Nein, wär ja unbequem, aber meckern ist einfach!”
Sind wir mittlerweile wirklich ein Volk der Angst? Scheuen wir Innovationen, nur weil wir einen Teil, der eh öffentlich ist, preisgeben müssen? Oder liegt es daran, dass viele Menschen einfach nicht richtig über “unsere Spielwiese” informiert sind oder pures Desinteresse zeigen?
Mich hat das Gespräch sehr nachdenklich gemacht…


Sehr interessanter Beitrag.
ich glaube es ist wirklich einfacher zu Motzen anstatt wirklich etwas zu tun. Für viele Menschen ist es traurigerweise sogar schon zu anstrengend selbst zu denken. Die Saugen dann eben die Streetview-Panik aus den Medien auf, anstatt sich das ganze überhaupt einmal selbst anzusehen.
Gäbe es andere Nachrichten – okay, gäbe es überhaupt irgendwas zu berichten – würde doch kein Stern, kein Spiegel, kein Nichts über Streetview nen Wort verlieren. Es ist halt dumm, dass Google das nun genau im Sommerloch ankündigt. Vielleicht hätten sie einfach noch ein paar Wochen warten sollen.
? Wenn es was zu berichten gebe, würden die Medien google-streetview aussparen? Das Thema sei ein Sommerloch-Füller? Völlig falsche Einschätzung. Wir erleben gerade historische Zeiten in denen sich Medien immerzu verändern, in einem Tempo, das für Viele doch überhaupt nicht nachzuvollziehen ist. Viele haben doch den Anfang gar nicht mitbekommen. Und es gibt einige Gründe warum darüber berichtet werden muss. Zum Einen weil es völlig neu ist das da einer alles fotografiert, dass diese Bilder nicht wie bei japanischen Touristen in irgendwelchen Alben verschwinden, sondern öffentlich gemacht werden. Und zum Anderen macht er das nicht, weil er uns was Gutes tun will, sondern weil er verdammt viel Geld verdienen will. Vermutlich ist die gesamte Welt schon x – mal komplett fotografiert worden. Aber nicht systematisch. Was wäre das für eine redaktionelle Fehlentscheidung nicht darüber zu berichten. Genauso wie die Reaktionen darüber zu negieren. Erst Recht weil das Internet (unsere Spielwiese?!) für die Meisten doch gar nicht verstehbar sein kann.
Vielleicht sind Deutsche tatsächlich misstrauischer, ängstlicher, ärgerlicher als Menschen anderer Nationen. So entwickeln sich Kulturen. Und gut wenn uns das nachdenklich macht. Dann kommt Bewegung ins System
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Berichten/Aufklären und sinnlose Panikmache sind 2 verschiedene Dinge. Und genau das ist der Punkt: die Medien nehmen Google zur Panikmache und Auflagensteigerung, nicht um aufzuklären was dass da überhaupt ist.
Da lassen sich Menschen mit vollem Namen und Foto in Zeitungen abbilden und geben damit mehr Informationen preis als das Foto ihres Hauses. Noch witziger ist es dann, wenn sie diese Leute auch noch vor ihrem Haus fotografieren lassen. Ist das nicht schizophren?